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Herausforderungen im Diabetes-Alltag

 

Es gibt wahrlich viele herausfordernde Momente im Diabetiker-Alltag. Momente, in denen man unzufrieden ist mit einem „System“ oder Hilfsmittel aus unserer Diabeteswelt.

Beispielsweise, wenn der CGM Sensor mitten in der Nacht falschen Alarm abgibt, weil wir vermeintlich Unter- oder Überzucker haben. Auch, wenn unsere Insulinpumpe vibriert und piept, weil die Batterie oder Ampulle leer ist oder mal wieder eine Verstopfung passiert ist.

Es gibt unzählige Momente im Leben eines Diabetikers, in denen wir „aus dem Leben“ (oder aus dem Schlaf) gerissen und an unsere Krankheit erinnert werden. Weiterschlafen und ignorieren ist möglich – aber lebensgefährlich.

Immer wiederkehrende Gegenregulationen, neue Installationen und Adaptionen sind notwendig. Gefolgt von einer neuen Option und erneuten Aktion. Das Diabetiker-Leben ist ein Hamsterrad und Außenstehende – wie Eltern oder Partner – kommen da schnell nicht mehr mit.

 

 

„Daniel Düsentrieb“ der Diabeteswelt

 

Kevin ist Typ 1 Diabetiker und der „Daniel Düsentrieb“ der Diabeteswelt. Er ist Ideengeber und Geschäftsführer von LUMIND, sowie Blogger auf der Seite „Diabetes-Life-Hacks“.

Sein Antrieb rührt aus ähnlichen Situationen heraus, die ich eingangs beschrieben habe. Kevin gehört allerdings nicht zu der Sorte Diabetiker, die Unzulänglichkeiten einfach hinnehmen.  Entsprechend hat er aus seinem Leiden eine Leidenschaft entwickelt und arbeitet seit fünf Jahren an verschiedenen Lösungen für den Diabetiker-Alltag.

Kevin ist studierter Medien- und Interaktionsdesigner. Er hat sich für seinen Diabetes immer elegantes, praktisches und selbsterklärendes Zubehör gewünscht.

Ein Gerät, dass sich mit allen anderen „Diabetes-Gerätschaften“ koppeln lässt. Ein System, dass ihn sanft an seine Messungen und Spritzen erinnert. Eine Möglichkeit, seine Umgebung (Eltern, Partner oder Arbeitgeber) auf einfache Art und Weise über seinen „Zustand“ (Über- oder Unterzucker) in Kenntnis zu setzen, ohne seinen Diabetes immerzu wieder erklären und lästige Fragen beantworten zu müssen. Eine Funktion, die in brenzligen Situationen alarmiert, aber ohne laute Sirenengeräusche, die einen prompten Adrenalinausschuss verursachen.

 

 

 

Die LUMIND-App

 

Kevin hat eine kostenlose App namens LUMIND entwickelt, die sich mit allen anderen „bluetooth-Geräten“ koppeln lässt, zum Beispiel mit einem Messgerät.

In dieser App kann man alles eintragen, woran man erinnert oder worüber man alarmiert werden möchte. Die App funktioniert wie ein lautloser Wecker mit farbigem Licht.

Es können beispielsweise Zeiten eingetragen werden, zu denen man den Blutzucker messen sollte. Des Weiteren können Blutzuckerrichtwerte eingegeben und mit Farben ausgedrückt werden. Die Farben und die Zielbereiche können selbst konfiguriert werden.

Als Beispiel könnten Sie für gute Blutzuckerwerte ein grünes Licht wählen, für den Unterzucker ein lilafarbenes und für den Überzucker ein rotes Licht.

Auf diese Art und Weise kann die App mit einer Art farbiger Lampe Sie und Ihr Umfeld über die Höhe des Blutzuckers jederzeit informieren.

 

 

Hilfe zur Selbsthilfe

 

Kevin gibt in vielerlei Hinsicht Hilfe zur Selbsthilfe im Bereich Diabetes. Sein Ziel ist die Optimierung des sogenannten „User Center Designs“. Zweifellos möchte Kevin mit seiner Entwicklung allen chronisch kranken Endnutzern und ihrem Umfeld im Alltag helfen.

Seit zwei Jahren arbeitet Kevin in Vollzeit für sein LUMIND-Projekt. Da die App kein Medizinprodukt ist, wird sie weiterhin kostenlos erhältlich sein.

Aus diesem Grund hat Kevin sein LUMIND-Geschäftsmodell erweitert. Mittlerweile hilft er mit LUMIND-Solutions vielen anderen „Start-ups“ digitale Produkte zu bauen und unterhält vielfältige Workshops.

Alle LUMIND-Projekte haben das Ziel, dass sogenannte „User Center Design“ für Endnutzer anwendungsfreundlich zu gestalten. Alle Funktionen werden so aufgebaut, dass jeder es verstehen kann.

 

 

 

Diabetes-Life-Hacks

 

Auf seiner Webseite Diabetes-Life-Hacks schreibt Kevin über viele kluge Köpfe und Ideen aus der Diabetes-Szene. Er zeigt technische Finessen und DIY-Lösungen, die das Diabetes-Leben optimieren können. Kevin schreibt obendrein noch eigene Anleitungen dazu und produziert gegen Spenden Video-Tutorien.

Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Kevin mit seinen Tricks, Tipps und technischen Knowhows die Diabeteswelt revolutioniert und auf jedem bekannten Event Workshops und Vorträge abhält.

Große Marken wie Roche und Bayer nehmen Kevins Hilfe auch gerne in Anspruch. Kevins Kernkompetenz ist die Frage, wie digitale Lösungen den Patientenalltag erleichtern können. Dazu gehören patienten-orientierte App-Entwicklungen und natürlich das Thema Design Thinking.

 

Kevin Röhl, ein außergewöhnlich-toller Typ (1)!

 

 

 

Welche Herausforderungen stören Euch denn am meisten im Diabetes-Alltag?

 

 

Ich freue mich auf das Feedback.

Eure Vivi