Seite auswählen

Wenn Sie das Thema „Diabetes und Bewerbungen“ oder „Diabetes in Vorstellungsgesprächen“ googeln werden Sie sofort darauf hingewiesen, dass Sie Ihren Diabetes nicht erwähnen müssen. Ihnen wird im Grunde direkt und ohne Umschweif empfohlen, bloß kein Wort darüber fallen zu lassen und es besser sogar zu verschweigen.

Ob Pharmazeutikfirmen, diverse Diabetes-Ratgeber und Foren – alle sprechen von Vorbehalten der Arbeitgeber gegenüber Diabetikern, die keine Erfahrung im Umgang mit dieser Krankheit haben und bei einer Einstellung Probleme befürchten. Arbeitgeber halten Diabetiker für weniger leistungsfähig und risikobehaftet – und schicken ihnen daher eher eine Absage, wenn sie über die Erkrankung wissen.

Fest steht: Das Verschweigen von seinem Diabetes im Vorstellungsgespräch ist kein Kündigungsgrund!

Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) ist eine allgemein gehaltene „Gesundheitsfrage“ ohne konkreten Anlass unzulässig.

Doch Achtung, auch hier gibt es Ausnahmen: Fragen nach dem Gesundheitszustand sind zulässig, wenn die Erkrankung die Eignung des Bewerbers „entweder erheblich beeinträchtigt oder aufhebt“ (BAG, 2 AZR 279/83).

Solche Fragen sind damit im Ausnahmefall gestattet und zwar, wenn die bei Ausübung der Tätigkeit zu einer unmittelbaren, konkreten Gefahr für den Bewerber bzw. für Dritte führen würde. Hierzu zählen bestimmte Berufsgruppen, wie beispielsweise der Verkehrsflugzeugführer oder Polizist mit Schusswaffe.

Wichtig:

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass es strafbar ist unseren Diabetes zu verschweigen, wenn wir zum Zeitpunkt der Bewerbung schon wissen, dass dieser Job krankheitsbedingt für uns nicht in Frage kommt bzw. dauerhaft ausgeübt werden kann.

Doch zurück zum Normalfall:

Auch ich empfehle Ihnen eine Bewerbung und ein Bewerbungsgespräch ohne Erwähnung Ihres Diabetes. Ihre Krankheit sagt in meinen Augen nichts über Ihre Fähigkeit und Eignung aus, den angepeilten Job ausüben zu können. In einem Bewerbungsgespräch geht es darum, sich dem angestrebten Unternehmen anzupreisen –zu verkaufen.

Denken Sie nun banal an Supermärkte…. Ware mit Verfallsdatum oder Beschädigungen gehen immer günstiger her oder werden aussortiert…. Warum also, sollten Sie sich selbst einen solchen Stempel geben, wenn Ihr Inhalt mindestens genauso gut ist wie der der Mitbewerber?

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Sie sind anders als Ihre Mitbuhler. Betonen Sie es und nehmen Sie sich vor, anstatt in der Masse unterzutauchen, hervorzustechen!

Während beschädigte Ware aussortiert oder auf einen „Ramsch-Haufen“ kommt, werden „Einzelstücke“ teurer verkauft und als etwas besonderes in Vitrinen zur Schau gestellt. Welches „Objekt“ möchten Sie verkörpern?

Die Gestaltung Ihrer schriftlichen Bewerbung:

Personalvermittler achten in erster Linie – innerhalb von Sekunden – auf folgende Dinge:

  1. Hat die Bewerbung alle Inhalte, die benötigt werden (Lebenslauf, Zeugnisse usw)?
  2. Sind die Schlüsselqualifikationen sofort erkennbar und kompatibel?
  3. Hat die Bewerbung einen einheitlichen und gut strukturierten Aufbau?

 

Es empfiehlt sich alles in einem PDF-Dokument zu erstellen:

  • Deckblatt mit Foto und Ihren persönlichen Angaben
    • Name, Kontaktdaten & Geburtsdatum
    • Evtl. fügen Sie Ihrem Deckblatt noch ein Motto oder ein Leitsatz hinzu unter dem Sie tätig sind oder der aussagekräftig kund tut wie Sie arbeiten.
      • Beispiel: „Teamwork makes the dream work!”
  • Übersicht / Zusammenfassung Ihrer Schlüsselqualifikationen
    • Maximal 3-5 Punkte, die Sie am ehesten mit der ausgeschriebenen Stelle gemeinsam haben.
    • TIPP: Schauen Sie sich die Gliederung bei www.XING.de oder www.LinkedIn.de an. Auch hier arbeitet man gerne mit „Tags“, um Headhuntern die Suche nach geeigneten Mitarbeitern und Führungskräften zu erleichtern.
  • Lebenslauf
    • Aktuelle Tätigkeiten nach vorne!
    • Immer die Monate und Jahre als Beschäftigungszeiträume angeben.
    • Firma und Position in fett und ggf. in einer größeren Schriftgröße.
  • Zeugnisse
    • NUR DIE WICHTIGSTEN ZEUGNISSE!

 

Layout:

Haben Sie wenig Berufserfahrung?

    • Dann empfehle ich Ihnen Hochformat und Schriftgröße 12.

Haben Sie Jahrzehntelange Erfahrung?

  • Hier empfehle ich Ihnen das Querformat ans Herz und Schriftgröße 10.
  • Hierdurch sparen Sie Platz und es entsteht kein dicker „Bewerbungskatalog“, sondern eine schlanke, handliche und vor allem übersichtliche Bewerbungsmappe.

 

Tipps:

Setzen Sie sich genauestens mit der Job-Beschreibung auseinander und markieren Sie die Schlüsselwörter, damit Sie diese später in Ihrer Bewerbung einbauen können.

Informieren Sie sich auf der Firmen-Homepage über das Unternehmen, Philosophien und Perspektiven. Was gefällt Ihnen besonders? Was macht das Unternehmen anders? Solche Dinge können Sie später intelligent in Ihrem Bewerbungsanschreiben einbauen.

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Ansprechpartner „kennen“! Das Internet und die erwahnten Business-Plattformen wie XING und LinkedIN ermöglichen Ihnen die Firmen und Ansprechpartner im Vorfeld besser kennen zu lernen. Stöbern Sie durch deren Lebensläufe und informieren Sie sich über deren private sowie beruflichen Interessen und HIntergründe.

Schließlich war es noch nie verkehrt die Sprache derer zu sprechen, bei denen man Gehör finden möchte!! (Alte Verkäufer-Regel)

 

Was habt Ihr für Erfahrungswerte?
Braucht Ihr mehr Hilfestellung – dann schreibt mir!
Viele Grüße
Eure Vivi